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Bockshornkleesamen

Trigonella foenum-graecum

Bockshornkleesamen sind seit Jahrhunderten fester Bestandteil traditioneller Heil- und Ernährungssysteme. Die kleinen, aromatischen Samen werden sowohl in der Küche als auch in der Naturheilkunde geschätzt und gelten als vielseitig einsetzbar.

Wirkstoffe

Bockshornkleesamen enthalten eine Vielzahl wertvoller Inhaltsstoffe:

  • Schleimstoffe

  • Saponine

  • Bitterstoffe

  • Flavonoide

  • Eiweiß und Mineralstoffe

Diese Zusammensetzung macht sie besonders interessant für Ernährung und traditionelle Anwendungen.

Tradition

Bockshornklee wird bereits seit der Antike genutzt und spielte eine wichtige Rolle in der traditionellen indischen (Ayurveda) sowie arabischen und europäischen Heilkunde. Die Samen wurden sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet.

Traditionell wurden sie zur Unterstützung von Verdauung und allgemeinem Wohlbefinden eingesetzt.

Heilwirkung

Bockshornkleesamen werden traditionell verwendet:

  • zur Unterstützung der Verdauung

  • zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens

  • zur Unterstützung des Stoffwechsels

Die enthaltenen Schleimstoffe können eine beruhigende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt haben.

Wissenschaft

Moderne Untersuchungen befassen sich mit den Inhaltsstoffen von Bockshornklee, insbesondere den Saponinen und Schleimstoffen. Studien deuten darauf hin, dass die Samen eine unterstützende Wirkung auf Stoffwechselprozesse haben können.

Dabei steht vor allem der Glukose- und Insulinstoffwechsel im Fokus: Inhaltsstoffe wie Galactomannane können die Aufnahme von Zucker im Darm verlangsamen und so zu einer stabileren Blutzuckerregulation beitragen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Bockshornklee die Insulinsensitivität verbessern kann.

Auch im Bereich des Fettstoffwechsels werden Effekte beschrieben. Saponine und Ballaststoffe können dazu beitragen, den Cholesterinspiegel zu beeinflussen, indem sie die Aufnahme von Cholesterin im Darm reduzieren und die Ausscheidung fördern.

Kultur & Geschichte

Bockshornklee stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Westasien. Heute wird er weltweit angebaut und ist besonders in der indischen Küche verbreitet. Dort ist er ein wichtiger Bestandteil vieler Gewürzmischungen.

Anbau & Ernte

Bockshornklee ist eine anspruchslose Pflanze, die sich gut an verschiedene Bedingungen anpassen kann.

  • Standort: sonnig bis halbschattig

  • Boden: locker, gut durchlässig

  • Wachstum: schnell

  • Ernte: Samen nach vollständiger Reife

Die Samen werden geerntet, sobald die Schoten trocken sind.

Quelle

Jeremy Ross, Westliche Heilpflanzen und Chinesische Medizin (2009)

Fachinformationen für Therapeuten

Pharmazeutischer Name & Eigenschaften

• Foenugraeci semen

• Hülsenfrüchtler (Fabaceae Leguminosae)

• etwas warm

• bitter, etwas scharf, etwas aromatisch, etwas süß

• Mi, Darm, Ni

Traditionelle Anwendung im Westen

Eigenschaften warm ausgeprägt im zweiten Grad, bei gleichzeitig trocknender Wirkung im ersten Grad

Wirkungen aufgrund ihres Gehalts an Schleimstoffen zeigt die Pflanze innerlich eine reizlindernde, auswurffördernde und leicht abführende Wirkung. Gleichzeitig besitzt sie einen nährenden und stärkenden Einfluss. Äußerlich angewendet wirkt sie weichmachend und unterstützt die Wundheilung

Innerliche Anwendung eingesetzt bei allgemeiner Schwäche und vermindertem Appetit während der Genesung sowie bei Verdauungsbeschwerden und Reizzuständen des Magens. Darüber hinaus traditionell genutzt zur Förderung des Auswurfs und zur sanften Regulierung der Verdauung

Topische Anwendung äußerlich als Auflage bei Furunkeln, Muskelbeschwerden, geschwollenen Lymphknoten, Gicht sowie bei eitrigen Wunden und lokalen Schwellungen, insbesondere im Bereich der Beine

Pharmakologische Zusammensetztung

Steroidsaponine, vorliegend als Furostanolglykoside (u. a. Trigofoenoside), tragen vermutlich zum bitteren Geschmack der Pflanze bei; diese Verbindungen können im Stoffwechsel zu Diosgenin hydrolysiert werden

Mucopolysaccharide (ca. 18–45%), überwiegend in Form von Galactomannan

Lipide (ca. 7–9%), bestehend aus ungesättigten Fettsäuren, vor allem Oleinsäure, Linolsäure und Linolensäure

ätherisches Öl (<0,01%), mit Furanon als charaktergebender Komponente (in Konzentrationen von etwa 2–25 ppm), verantwortlich für den typischen Geruch

Flavonoide, überwiegend Apigeninglykoside (z. B. Vicenin), ergänzt durch einen hohen Proteingehalt (ca. 26%), freie Aminosäuren (insbesondere 4-Hydroxyisoleucin), das Alkaloid Trigonellin sowie verschiedene Sterole

Wirkung Aufgrund der Bestandteile  

blutzuckersenkend durch lösliche Ballaststoffe (Galactomannan) sowie die Aminosäure 4-Hydroxyisoleucin

cholesterinsenkend durch enthaltene Steroidsaponine

krebshemmend durch Diosgenin, ein Hydrolyseprodukt der Furostanolglykoside

Dosierung und Verabreichungsform

Getrocknete Arznei innerlich
Allgemeine Anwendung (z. B. bei Appetitmangel): ca. 2 g der zerkleinerten Samenkörner mit ausreichend Flüssigkeit vor den Mahlzeiten einnehmen, ein- bis dreimal täglich (BHC2)

Begleittherapie bei Diabetes oder Hypercholesterinämie: etwa 25 g der pulverisierten Samenkörner oder entsprechend standardisierte Zubereitungen als Einzeldosis einmal täglich (ESCOP)

Getrocknete Arznei äußerlich
50 g der gemahlenen Samenkörner in 250 g Wasser etwa 5 Minuten kochen und anschließend als warm-feuchte Kompresse anwenden (ESCOP)

Quelle

Ross, Jeremy (2009): Westliche Heilpflanzen und Chinesische Medizin – Eine klinische Materia Medica. Verlag für Ganzheitliche Medizin Dr. Erich Wühr GmbH, Bad Kötzting.

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