top of page

Einjähriger Beifuß

Artemisia annua

Artemisia annua, auch bekannt als Einjähriger Beifuß, ist eine traditionsreiche Heilpflanze mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. Sie wird besonders wegen ihrer wertvollen Inhaltsstoffe geschätzt und findet sowohl in der traditionellen als auch in der modernen Pflanzenheilkunde Beachtung.

Wirkstoffe

  • Artemisinin

  • Flavonoide

  • ätherische Öle

  • Bitterstoffe

Besonders Artemisinin macht diese Pflanze einzigartig.

Tradition

Artemisia annua wird seit Jahrhunderten in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Dort wurde sie vor allem zur Unterstützung bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt und galt als vielseitige Heilpflanze.

Heilwirkung

Artemisia annua wird traditionell verwendet:

  • zur Unterstützung des Immunsystems

  • zur Begleitung bei Infekten

  • zur allgemeinen Stärkung

Die Bitterstoffe können zudem die Verdauung unterstützen.

Wissenschaft

Artemisia annua ist Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Forschung. Für die Gewinnung des Wirkstoff Artemisinin wurde To You 2015 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet und dieser gilt als bedeutender Bestandteil moderner Therapien.

Darüber hinaus wird die Pflanze weiterhin untersucht, unter anderem im Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen. Erste Studien beschäftigen sich mit möglichen unterstützenden Eigenschaften, wobei die Forschung in vielen Bereichen noch nicht abgeschlossen ist.

Kultur & Geschichte

Die Pflanze stammt ursprünglich aus Asien und wurde dort seit Jahrhunderten kultiviert. Heute ist sie weltweit verbreitet und gewinnt auch in Europa zunehmend an Bedeutung.

Anbau & Ernte

  • Standort: sonnig, warm

  • Boden: durchlässig, eher nährstoffarm

  • Pflanze: einjährig

Ernte:

  • Blätter + oberer Pflanzenteil : kurz vor der Blüte

  • Erntezeit: Sommer

Die Pflanze wächst schnell und kann gut im Garten angebaut werden.

Quelle

Jeremy Ross, Westliche Heilpflanzen und Chinesische Medizin (2009)

Fachinformationen für Therapeuten

Pharmazeutischer Name & Eigenschaften

• Artemisiae annuae herba

• Korbblütler (Asteraceae)

• kühl

• bitter, aromatisch

• Le, Mi

Traditionelle Anwendung im Westen

Eigenschaften kühl und trocken im zweiten Grad, mit stark bitterer, klärender und hitzeausleitender Eigenschaft

Fieber bei fieberhaften Erkrankungen, insbesondere bei wiederkehrenden und hitzebedingten Fieberzuständen, klassisch auch bei Malaria-ähnlichen Verläufen

hepatobilitäres System

- Hitze in Leber und Galle, klärt Leberhitze und unterstützt die Entgiftungsfunktion

- Leberbelastung durch Toxine, fördert die Ausleitung und entlastet bei stoffwechselbedingten Belastungen

Immunsystem

- akute und chronische Infektionen, unterstützend bei bakteriellen und parasitären Belastungen

- dysregulierte Immunreaktionen, ausgleichend bei übermäßiger Hitze und Entzündungsprozessen

Verdauungssystem

- Hitze im Verdauungstrakt, bei Entzündungen und Reizungen von Magen und - Darm

- gestörte Verdauung durch Leberhitze, unterstützt die Harmonisierung von Verdauung und Gallenfluss

Haut und Ausleitung

- Hauterkrankungen durch Hitze und Toxine, unterstützend bei entzündlichen Hautprozessen

- fördert die Ausleitung über Blut und Haut

Toxin-Ansammlung

- spezifisch bei innerer Hitze und „toxischen“ Zuständen, traditionell bei schweren und tief sitzenden Belastungen eingesetzt

- unterstützend bei parasitären Belastungen und mikrobiellen Dysbalancen

Pharmakologische Zusammensetztung

Sesquiterpenlactone (ca. 0,1–1%), insbesondere Artemisinin und verwandte Derivate (Artemether, Artesunat-Vorstufen), mit stark antimikrobieller und antiparasitärer Wirkung

ätherisches Öl (ca. 0,3–1,5%), reich an Monoterpenen wie Campher, 1,8-Cineol und Artemisia-Ketonen, mit antimikrobiellen und entzündungsmodulierenden Eigenschaften

Flavonoide (ca. 0,5–1,5%), einschließlich Quercetin-, Luteolin- und Apigenin-Derivaten, mit antioxidativer und synergistischer Wirkung auf Artemisinin

Phenolcarbonsäuren (ca. 0,2–0,5%), insbesondere Kaffeesäurederivate, mit zellschützender und entzündungshemmender Funktion

Cumarine (Spuren), mit leicht durchblutungsfördernder und regulierender Wirkung

Bitterstoffe (nicht exakt quantifiziert), unterstützend für Verdauung, Leberfunktion und allgemeine Stoffwechselaktivität

Wirkung Aufgrund der Bestandteile  

Sesquiterpenlactone (insbesondere Artemisinin) antiparasitär, stark antimikrobiell, fiebersenkend, entzündungshemmend, zelltoxisch gegenüber infizierten und tumorösen Zellen

ätherisches Öl (v. a. Campher, 1,8-Cineol) antibakteriell, antiviral, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, schleimlösend

Flavonoide entzündungshemmend (Quercetin, Luteolin), antioxidativ, immunmodulierend, verstärkend auf die Wirkung von Artemisinin (synergistisch), zellschützend

Phenolcarbonsäuren antioxidativ, entzündungshemmend, leberschützend, unterstützend bei der Ausleitung von Stoffwechselrückständen

Cumarine leicht gerinnungsregulierend, durchblutungsfördernd, krampflösend

Bitterstoffe verdauungsfördernd, leberanregend, galleflussfördernd, stoffwechselaktivierend

Dosierung und Verabreichungsform

Getrocknete Arznei ca. 1–3 g pro Tag (als Tee oder Pulver)

Flüssigextrakt bis ca. 2–4 ml täglich eines Extraktes (z. B. 1:1)

Tinktur 1–3 ml der 1:5-Tinktur in 45% Alkohol, zwei- bis dreimal täglich

Quelle

Ross, Jeremy (2009): Westliche Heilpflanzen und Chinesische Medizin – Eine klinische Materia Medica. Verlag für Ganzheitliche Medizin Dr. Erich Wühr GmbH, Bad Kötzting.

bottom of page