Hanf
Cannabis sativa
Hanf ist eine vielseitige Kultur- und Heilpflanze, die seit Jahrtausenden genutzt wird. Besonders die Blätter und Samen enthalten wertvolle Inhaltsstoffe und werden sowohl in der Ernährung als auch in der Naturheilkunde geschätzt.

Wirkstoffe
Blätter:
sekundäre Pflanzenstoffe
ätherische Öle
Chlorophyll
Samen:
Omega-3-und Omega-6-Fettsäuren
Eiweiß (hochwertige Proteine)
Vitamin E
Mineralstoffe
Besonders die Samen gelten als nährstoffreiches Lebensmittel.
Tradition
Hanf zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt. Er wurde traditionell für Textilien, Nahrung und in der Heilkunde verwendet. In vielen Kulturen spielte Hanf eine wichtige Rolle im Alltag.
Heilwirkung
Hanf wird traditionell verwendet:
Blätter:
zur Unterstützung der Entspannung
zur allgemeinen Regulation
Samen:
zur Unterstützung der Ernährung
für Haut, Haare und Stoffwechsel
als pflanzliche Proteinquelle
Hanfsamen sind besonders gut verträglich und vielseitig einsetzbar.
Wissenschaft
Hanf ist Gegenstand intensiver Forschung. Besonders die Inhaltsstoffe der Pflanze sowie ihre ernährungsphysiologischen Eigenschaften stehen im Fokus moderner Studien. Hanfsamen gelten als wertvolle Quelle essenzieller Fettsäuren.
Kultur & Geschichte
Hanf wurde bereits vor über 10.000 Jahren kultiviert. Die Pflanze war lange Zeit eine der wichtigsten Nutzpflanzen weltweit und erlebt heute eine neue Bedeutung in nachhaltiger Landwirtschaft und Ernährung.
Anbau & Ernte
Standort: sonnig
Boden: locker, nährstoffreich
Pflanze: einjährig
Ernte:
Blätter: Sommer
Samen: Spätsommer / Herbst
Hanf wächst schnell und ist robust.


Quelle
Jeremy Ross, Westliche Heilpflanzen und Chinesische Medizin (2009)
Fachinformationen für Therapeuten
Pharmazeutischer Name & Eigenschaften
• Cannabis sativae semen (Samen) / Cannabis sativae folium (Blatt)
• Hanfgewächse (Cannabaceae)
• neutral
• süß, leicht bitter
Mi, Le
Traditionelle Anwendung im Westen
• Eigenschaften leicht kühl und feucht, mit nährender, aufbauender und leicht befeuchtender Eigenschaft
• Nervensystem
- nervöse Unruhe und Erschöpfung, stärkend und ausgleichend bei Stress, innerer Anspannung und Reizüberflutung
- Schlafstörungen, unterstützend bei Einschlafproblemen durch nervöse Dysbalance
• Verdauungssystem
- trockene Zustände im Verdauungstrakt, befeuchtet und unterstützt eine gesunde Darmtätigkeit
- schwache Verdauungskraft, nährend bei allgemeiner Schwäche und unzureichender Nährstoffaufnahme
• Stoffwechsel und Ernährung
- Nährstoffmangel, reich an essentiellen Fettsäuren und Proteinen, aufbauend bei Mangelzuständen
- Rekonvaleszenz, stärkend nach Krankheit oder bei allgemeiner Schwäche
• Haut und Bindegewebe
- trockene Hautzustände, pflegend und regenerierend durch hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren
- unterstützend für Elastizität und Regeneration des Gewebes
• Herz-Kreislauf-System
- unterstützend für gesunde Gefäßfunktion durch essentielle Fettsäuren
- ausgleichend bei stressbedingten Belastungen des Herz-Kreislauf-Systems
• Ausgleich von Trockenheit
- Trockenheit im gesamten Organismus, besonders bei erschöpften, „ausgetrockneten“ Konstitutionen
Pharmakologische Zusammensetztung
• fettes Öl (ca. 25–35%), reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Linolsäure (Omega-6) und α-Linolensäure (Omega-3) im günstigen Verhältnis, mit entzündungsmodulierender und zellregenerierender Wirkung
• Proteine (ca. 20–30%), vor allem Edestin und Albumine, mit hoher biologischer Wertigkeit und guter Verdaulichkeit
• Ballaststoffe (ca. 10–20%), unterstützend für die Darmgesundheit und Regulation der Verdauung
• Phytosterole (ca. 0,1–0,3%), insbesondere β-Sitosterol, mit cholesterinsenkender und gefäßschützender Wirkung
• Tocopherole (Vitamin E) (ca. 0,05–0,2%), mit antioxidativer und zellschützender Funktion
• Mineralstoffe (ca. 3–5%), insbesondere Magnesium, Eisen, Zink und Kalium, wichtig für Stoffwechsel und Nervenfunktion
• sekundäre Pflanzenstoffe (Spuren), darunter Polyphenole und geringe Mengen Cannabinoide (im Nutzhanf <0,2% THC), mit regulierender Wirkung auf das Endocannabinoid-System
Wirkung Aufgrund der Bestandteile
• fettes Öl (v. a. Linolsäure, α-Linolensäure) entzündungshemmend, zellregenerierend, hautpflegend, unterstützend für Herz-Kreislauf-System und Gefäßgesundheit
• Proteine (Edestin, Albumine) aufbauend, nährend, immunstärkend, unterstützend für Zellregeneration und Gewebestruktur
• Ballaststoffe verdauungsregulierend, darmreinigend, unterstützend für eine gesunde Mikrobiota
• Phytosterole (v. a. β-Sitosterol) cholesterinsenkend, entzündungshemmend, gefäßschützend
• Tocopherole (Vitamin E) antioxidativ, zellschützend, hautregenerierend, unterstützend für das Immunsystem
• Mineralstoffe (Magnesium, Eisen, Zink) stoffwechselregulierend, nervenstärkend, blutbildend, enzymaktivierend
• sekundäre Pflanzenstoffe (Polyphenole, Spurencannabinoide) antioxidativ, leicht entzündungshemmend, regulierend auf das Endocannabinoid-System, ausgleichend auf nervöse Prozesse
Dosierung und Verabreichungsform
Samen (Semen) 10–30 g täglich (als Nahrungsmittel oder therapeutisch eingesetzt)
Öl 1–2 Esslöffel täglich
Pulver (Samen/Blatt) ca. 5–15 g täglich
Blätter (Folium, Tee) ca. 1–2 g pro Tasse, mit heißem Wasser übergießen, 1–2× täglich
Quelle
Ross, Jeremy (2009): Westliche Heilpflanzen und Chinesische Medizin – Eine klinische Materia Medica. Verlag für Ganzheitliche Medizin Dr. Erich Wühr GmbH, Bad Kötzting.
