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Lindenblüte

Tilia cordata / Tilia platyphyllos

Die Lindenblüte ist eine traditionsreiche Heilpflanze, die besonders für ihre beruhigenden und wohltuenden Eigenschaften geschätzt wird. Sie wird häufig als Tee verwendet und ist fester Bestandteil der europäischen Naturheilkunde.

Wirkstoffe

  • Flavonoide

  • Schleimstoffe

  • ätherische Öle

  • Gerbstoffe

Die Schleimstoffe entfalten ihre wohltuende Wirkung besonders als Tee.

Tradition

Die Linde gilt seit Jahrhunderten als heiliger und schützender Baum. Ihre Blüten wurden traditionell zur Unterstützung bei Erkältungen und zur Förderung von Ruhe und Entspannung verwendet.

Heilwirkung

Die Lindenblüte wird traditionell verwendet:

  • zur Unterstützung bei Erkältungen

  • zur Förderung des Schwitzens

  • zur Beruhigung

  • zur Unterstützung des Schlafs

Besonders als Tee sehr beliebt.

Wissenschaft

Die Lindenblüte wird in der Pflanzenheilkunde untersucht, insbesondere im Zusammenhang mit ihren beruhigenden und schweißfördernden Eigenschaften. Ihre Inhaltsstoffe tragen zu ihrer vielseitigen Anwendung bei.

Kultur & Geschichte

Die Linde hat in Europa eine lange kulturelle Bedeutung und wurde oft als Dorf- oder Gerichtslinde gepflanzt. Sie steht symbolisch für Gemeinschaft, Schutz und Ruhe.

Anbau & Ernte

  • Standort: sonnig bis halbschattig

  • Boden: nährstoffreich

  • Baum: mehrjährig

Ernte:

  • Blüten: Frühsommer

Die Blüten werden frisch geerntet und schonend getrocknet.

Quelle

Jeremy Ross, Westliche Heilpflanzen und Chinesische Medizin (2009)

Fachinformationen für Therapeuten

Pharmazeutischer Name & Eigenschaften

• Tiliae flos

• Lindengewächs (Tiliaceae)

• neutral bis kühl

• etwas scharf, etwas süß

• Lu, He

Traditionelle Anwendung im Westen

Eigenschaften mäßig warm (nahezu neutral), mit leicht trocknender und adstringierender Wirkung (Gerard 1633)

Kopfschmerzen, Schwindel und Schlaganfall (Gerard 1633)

Mundulzera bei Kindern (Gerard 1633)

nervöse Beschwerden wie Unruhe, Reizbarkeit, Schlafstörungen, nervös bedingte Kopfschmerzen sowie milde hysterische Zustände (Felter und Lloyd 1998)

Erkältungen und katarrhalische Beschwerden der Atemwege (Felter und Lloyd 1998)

Verdauungsprobleme, insbesondere Durchfall infolge von Kältezuständen (Felter und Lloyd 1998)

Wirkungen schweißfördernd, harntreibend, mild adstringierend, krampflösend und sedierend (BHP 1983)

Anwendung bei fiebrigen Erkältungen, Migräne, Hysterie, Hypertonie in Verbindung mit nervöser Anspannung sowie Arteriosklerose (BHP 1983)

Pharmakologische Zusammensetztung

Flavonoide (ca. 1%), überwiegend in Form von Quercetin-Glykosiden (z. B. Isoquercitrin) sowie Kämpferol-Derivaten (z. B. Tilirosid)

Gerbstoffe (ca. 2%), darunter Procyanidin-Dimere wie B-2 und B-4

Mucopolysaccharide (ca. 3%)

weitere Bestandteile: ätherisches Öl (ca. 0,02–0,1%) mit Komponenten wie Farnesol, außerdem Phenolsäuren (u. a. Chlorogensäure), Fettsäuren, β-Sitosterol sowie Scopoletin (ein Cumarin)

Wirkung Aufgrund der Bestandteile  

antibakteriell und antimykotisch durch Tilirosid (Flavonoidglykosid) sowie Kämpferol (Flavonoid)

• entzündungshemmend durch Tilirosid

antioxidativ durch Tilirosid und Procyanidine

kardiotonisch, antiarrhythmisch und herzschützend durch Procyanidine

blutdrucksenkend durch Procyanidine

krampflösend durch Farnesol sowie Quercetin (Flavonoid)

anxiolytisch und sedierend durch β-Sitosterol und Quercetin

leberschützend durch Tilirosid

krebshemmend durch Scopoletin (Cumarin) sowie Quercetin und Tilirosid

Dosierung und Verabreichungsform

Getrocknete Arznei: 2–4 g des Krautes als Aufguss, dreimal täglich (BHP). Zur Förderung des Schwitzens bei Erkältungen und grippalen Infekten wird die Zubereitung heiß getrunken (JR)

Flüssigextrakt: 0,6–1,5 ml eines 1:2-Extraktes, dreimal täglich (umgerechnet nach M&B Safety)

Tinktur: 1–2 ml einer 1:5-Tinktur in 45% Alkohol, dreimal täglich (BHP)

Quelle

Ross, Jeremy (2009): Westliche Heilpflanzen und Chinesische Medizin – Eine klinische Materia Medica. Verlag für Ganzheitliche Medizin Dr. Erich Wühr GmbH, Bad Kötzting.

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