Salbei
Salvia officinalis
Salbei ist eine traditionsreiche Heilpflanze mit einer langen Geschichte in der Naturheilkunde. Besonders seine aromatischen Blätter werden geschätzt und vielseitig verwendet – sowohl als Tee als auch in der Küche.

Wirkstoffe
ätherische Öle
Thujon
Flavonoide
Gerbstoffe
Die ätherischen Öle geben Salbei seinen intensiven Duft.
Tradition
Salbei wurde bereits im Mittelalter als wertvolle Heilpflanze geschätzt. Sein Name leitet sich vom lateinischen „salvare“ ab, was „heilen“ bedeutet. Er galt als vielseitige Pflanze für Gesundheit und Wohlbefinden.
Heilwirkung
Salbei wird traditionell verwendet:
• zur Unterstützung im Hals- und Rachenbereich
• bei Erkältungen
• zur Förderung der Verdauung
• zur allgemeinen Stärkung
• bei Menstruationsbeschwerden
• unterstützend in den Wechseljahren
Besonders als Tee sehr beliebt.
Wissenschaft
Salbei wird in der Pflanzenheilkunde untersucht, insbesondere im Zusammenhang mit seinen ätherischen Ölen und deren Eigenschaften. Die Pflanze gehört zu den gut erforschten Heilkräutern.
Kultur & Geschichte
Salbei stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wurde früh in Klostergärten kultiviert. Heute ist er weltweit verbreitet und eine der bekanntesten Heil- und Gewürzpflanzen.
Anbau & Ernte
Standort: sonnig, warm
Boden: durchlässig, eher trocken
Pflanze: mehrjährig
Ernte:
Blätter: Frühjahr bis Sommer
Die Blätter können frisch oder getrocknet verwendet werden.


Quelle
Jeremy Ross, Westliche Heilpflanzen und Chinesische Medizin (2009)
Fachinformationen für Therapeuten
Pharmazeutischer Name & Eigenschaften
• Salvia officinalis folium
• Lippenblütler (Lamiaceae, Labiatae)
• warm, - kühl
• aromatisch, bitter, scharf
• Lu, He, Le, Ut
Traditionelle Anwendung im Westen
• Gemüt und Sinne unterstützt das Gedächtnis, wirkt anregend und belebend auf die Sinne und wird traditionell bei Lethargie sowie geistiger Trägheit eingesetzt
• Leber förderlich für die Leberfunktion und die Blutbildung; traditionell wird auch beschrieben, dass es zur Wiederherstellung der natürlichen Haarfarbe beitragen kann
• Uterus fördert die Regelblutung, reguliert einen zu starken oder zu schnellen Blutfluss und kann unterstützend bei Menstruationsbeschwerden sowie in den Wechseljahren wirken
Pharmakologische Zusammensetztung
• ätherisches Öl (bis ca. 3%), mit stark variierender Zusammensetzung, u. a. α-Thujon (ca. 10–60%), β-Thujon (ca. 4–36%), Campher (ca. 5–20%) und 1,8-Cineol (ca. 2–15%)
• Phenylpropanoide (ca. 3,5%), in Form von Hydroxyzimtsäure-Derivaten, hauptsächlich Rosmarinsäure (bis ca. 3,3%)
• Gerbstoffe: die genannten Hydroxyzimtsäure-Derivate werden teilweise als „Gerbstoffe“ bzw. „Lamiaceen-Gerbstoffe“ bezeichnet, stellen jedoch keine echten Gerbstoffe im Sinne von kondensierten oder hydrolysierbaren Tanninen dar
• phenolische Diterpene, darunter Carnosolsäure, die durch Autooxidation in das bitter schmeckende Lacton Carnosol (ca. 0,35%) übergehen kann, welches weiter zu Rosmanol und anderen Diterpenlactonen zerfällt
• Triterpene, vor allem Ursolsäure (bis ca. 3,5%) und Oleanolsäure (bis ca. 4%)
• Flavonoide (ca. 1%), einschließlich Luteolin, Apigenin und deren Glykoside
• Polysaccharide
Wirkung Aufgrund der Bestandteile
• antimikrobiell durch Rosmarinsäure (Phenylpropanoid); Carnosol (phenolisches Diterpen) kann die Wirkung von Aminoglykosid-Antibiotika verstärken; zusätzlich wirksam durch Ursolsäure und Oleanolsäure (Triterpensäuren)
• entzündungshemmend durch Rosmarinsäure, Carnosol, Carnosolsäure sowie Ursolsäure
• immunmodulierend durch Polysaccharide (in vitro nachgewiesen)
Dosierung und Verabreichungsform
Getrocknete Arznei: 1–4 g der Blätter als Aufguss, dreimal täglich anwenden (BHP)
Tinktur: 1–4 ml einer 1:5-Tinktur in 45% Alkohol, dreimal täglich (JR)
Flüssigextrakt: 3–12 ml eines 1:1-Extraktes pro Tag (M&B Safety)
Quelle
Ross, Jeremy (2009): Westliche Heilpflanzen und Chinesische Medizin – Eine klinische Materia Medica. Verlag für Ganzheitliche Medizin Dr. Erich Wühr GmbH, Bad Kötzting.
