Schafgarbe
Achillea millefolium
Die Schafgarbe ist eine vielseitige heimische Heilpflanze, die seit Jahrhunderten geschätzt wird. Mit ihren feinen, gefiederten Blättern und den zarten Blüten ist sie sowohl in der Naturheilkunde als auch auf Wiesen weit verbreitet.

Wirkstoffe
ätherische Öle
Bitterstoffe
Flavonoide
Gerbstoffe
Besonders die Kombination der Inhaltsstoffe macht sie so vielseitig.
Tradition
Die Schafgarbe wurde bereits in der Antike verwendet und ist nach dem Helden Achilles benannt. Sie galt traditionell als vielseitige Heilpflanze und wurde in vielen Bereichen der Volksheilkunde eingesetzt.
Heilwirkung
Schafgarbe wird traditionell verwendet:
• zur Unterstützung der Verdauung
• bei Völlegefühl
• zur Förderung des Wohlbefindens
• zur allgemeinen Stärkung
• zur Blutregulation
• zur äußerlichen Anwendung als Wundauflage
Besonders als Tee geschätzt.
Wissenschaft
Die Schafgarbe wird in der Pflanzenheilkunde untersucht, insbesondere im Zusammenhang mit ihren Bitterstoffen und ätherischen Ölen. Ihre vielseitigen Inhaltsstoffe stehen im Fokus wissenschaftlicher Betrachtung.
Kultur & Geschichte
Die Schafgarbe ist in Europa weit verbreitet und wächst auf Wiesen, an Wegrändern und auf natürlichen Flächen. Sie wurde seit Jahrhunderten als Heilpflanze genutzt und ist tief in der europäischen Pflanzenkunde verankert.
Anbau & Ernte
Standort: sonnig
Boden: durchlässig, eher trocken
Pflanze: mehrjährig
Ernte:
Kraut & Blüten: Sommer
Die Pflanze ist robust und wächst auch wild sehr gut.


Quelle
Jeremy Ross, Westliche Heilpflanzen und Chinesische Medizin (2009)
Fachinformationen für Therapeuten
Pharmazeutischer Name & Eigenschaften
• Achilleae millefolii herba cum
• Korbblütler (Asteraceae, Compositae)
• warm - kühl
• scharf, bitter, aromatisch
• Lu, Mi, He, Ut
Traditionelle Anwendung im Westen
• Achillea wirkt appetitanregend und stärkt die Verdauungsorgane, zudem wird es als allgemeines Tonikum für den gesamten Organismus beschrieben (Lyle 1897)
• die Einnahme größerer Mengen als heißer Aufguss kann stark schweißtreibend wirken, unterstützt die Kreislaufregulation und wird traditionell zur „Blutreinigung“ eingesetzt (Christopher 1976)
• angewendet bei Erkältungen, grippalen Infekten, Blockaden der Atemwege, Fieber (einschließlich Typhus) sowie bei Exanthemerkrankungen wie Masern und Windpocken (Christopher 1976)
• eingesetzt bei Katarrhen der Atemwege, kopfbedingten Beschwerden durch Verschleimung sowie bei schleimigem Ausfluss aus der Blase (Christopher 1976)
• unterstützend bei erschwertem Wasserlassen, geringer Harnmenge, Harninkontinenz und Bettnässen (Christopher 1976)
• angewendet bei ausbleibender oder übermäßiger Menstruation sowie bei Leukorrhö (Christopher 1976)
Pharmakologische Zusammensetztung
• ätherisches Öl (ca. 0,2–1%), dessen Zusammensetzung je nach Chromosomensatz stark variiert:
- hexaploide Pflanzen enthalten kein Chamazulen, sondern überwiegend oxygenierte Monoterpene, insbesondere Linalool (ca. 26%) und Campher (ca. 18%), ergänzt durch geringe Mengen Borneol und 1,8-Cineol
- tetraploide Pflanzen sind reich an Sesquiterpenen, vor allem Chamazulen (ca. 28%) sowie β-Caryophyllen (ca. 11–25%)
• Sesquiterpenlactone, darunter Achillicin (= 8-Acetoxyartabsin) als wichtiges Prochamazulen
• Flavonoide, einschließlich Apigenin und Luteolin sowie deren Glykoside
• Alkaloide, vorwiegend Achillein (= Betonicin = L-4-Hydroxystachydrin), daneben Stachydrin, Betain und Cholin
• weitere Inhaltsstoffe: Gerbstoffe (ca. 3–4%), Polyacetylene, Triterpene, Sterole (einschließlich β-Sitosterol), Cumarine sowie Phenolsäuren (u. a. Salicylsäure und Kaffeesäure)
Wirkung Aufgrund der Bestandteile
• antimikrobiell durch das ätherische Öl, insbesondere durch Bestandteile wie Linalool
• entzündungshemmend durch Flavonoide sowie Dicaffeoylchinasäuren (DCQA-Säuren)
• krampflösend durch Flavonoide
• choleretisch durch Dicaffeoylchinasäuren (DCQA-Säuren)
• hämostatisch durch Achillein (Alkaloid)
• tumorhemmend durch Achimillinsäuren (Sesquiterpenoide)
Dosierung und Verabreichungsform
Getrocknete Arznei: 2–4 g des Krautes, als Pulver eingenommen oder als Aufguss zubereitet, dreimal täglich (BHP)
Tinktur: 2–4 ml einer 1:5-Tinktur in 45% Alkohol, drei- bis viermal täglich (BHP)
Aufguss (Tee): 1–2 Teelöffel mit kochendem Wasser übergießen und etwa 5–10 Minuten ziehen lassen
Äußerliche Anwendung: der zubereitete und abgeseihte Aufguss (z. B. durch ein Mulltuch) kann auch als Grundlage für adstringierende Wundkompressen verwendet werden
Quelle
Ross, Jeremy (2009): Westliche Heilpflanzen und Chinesische Medizin – Eine klinische Materia Medica. Verlag für Ganzheitliche Medizin Dr. Erich Wühr GmbH, Bad Kötzting.
